Ein Liebesbrief an: Soulsborne [Teil 1]

Wenn die meisten Leute Dark Souls hören denken sie direkt an ein bestimmtes Wort: Schwer. Und naja, da liegen sie natürlich nicht falsch, aber die Souls-Spiele vom Japanischen Entwickler FromSoftware sind so viel mehr als einfach nur „schwer“, aber dazu komme ich noch.
Ich war nämlich früher selber so jemand der Dark Souls einfach nur als „schwer“ abgestempelt hat, vor allem weil ich an sich nicht wirklich wusste was dieses Spiel eigentlich genau ist, somit war ich erstmal ein bisschen abgeschreckt davon.
Jedoch habe ich früher ziemlich viel Game One geschaut und habe dann ihre Review zu Dark Souls gesehen und musste feststellen dass mich das doch ziemlich anspricht was ich dort sehe. Ein Tiefes Rollenspiel System mit gefühlt unendlichen Möglichkeiten seinen Charakter zu spielen?  Ein Loot-System mit duzenden Waffen und Rüstungen? Diese Kriterien haben mich so stark angefixt dass ich es mir dann letztendlich bei Steam gekauft habe und somit wurde meine erste Verbindung mit dieser Reihe geknüpft.

Mein erster Durchlauf von Dark Souls war etwas magisches, etwas neues. Ich wurde ohne irgendeinen Kontext in eine Welt geworfen in der ich nicht wusste wohin ich gehen sollte, was mein Auftrag war und wo mir fast alles den Kopf abschlagen wollte. Mit meinen Zweihander und einen Schild bewaffnet habe ich mich relativ solide durch die ersten Gebiete gekämpft und bin zwar oft gestorben, war aber nie wirklich frustriert weil mir immer klar gemacht wurde dass ich selber an meinen Tod schuld bin.
Nachdem ich einer der ersten Bosse, um genauer zu sein den Taurus Demon, besiegt habe hatte ich einer der ersten „Souls-Momente“. Es war einer der ersten Abkürzungen die ich freigeschaltet habe und ich habe mit offenem Mund vor dem Rechner gesessen als ich gesehen habe wie unfassbar gut diese Welt ineinander greift. Eine einzige Tür, eine einzige Leiter schaltet eine Abkürzung frei und somit konnte ich einfach einen sehr steinigen und schweren weg überspringen und konnte direkt weiter durch die tollen Gebiete laufen. Mit diesen ganzen geschickten, sinnigen Abkürzungen hat man ein richtiges Gefühl für die komplette Welt von Dark Souls bekommen und genau das ist einer der ersten gründe warum Dark Souls sehr viel mehr als nur „schwer“ ist.
Mit den ersten „Souls-Moment“ hinter mir habe ich langsam verstanden warum Leute dieses Spiel so mochten. Meine Reise ging weiter, geschlachtete Gargoyles, Ziegen Dämonen und Eiserne Golems befleckten den Weg hinter mir und ich kam richtig rein in dieses Spiel, bin kaum gestorben. Außerdem entfaltete das Actionreiche, jedoch Taktische Kampfsystem, seine Stärken und Tiefen.
Doch dann auf einmal machte das Spiel einen so gigantischen Sprung das es mich wieder aus den Sessel gehauen hat, die Rede ist natürlich von Anor Londo. Dieses Gebiet hat mich gebrochen, an diesen Zeitpunkt wusste ich endlich was wirklich diese Schwierigkeit war von den alle redeten.
Nicht nur war dieses Gebiet an sich eine absolute Hölle, vor allem wegen diesen hinterlistigen Bogenschützen, sondern wurde dann noch von einen der schwersten Bosse abgeschlossen die ich je besiegen musste.

ornsteinsmoughOrnstein und Smough waren damals so unfassbar schwer für mich dass ich mehrere Pausen zwischendurch machen musste um nicht durchzudrehen, aber nach mehreren Stunden und unzähligen Toden lagen sie endlich im Dreck.
Ich war so unfassbar frustriert, hätte schon fast aufgegeben, aber das Glücksgefühl welches ich nach dem Tod von den beiden hatte war unbeschreiblich. Ein weiterer „Souls-Moment“ wurde geboren und ich hatte danach noch größere Wertschätzung für diese Spielereihe.
Sehr viel Zeit, Schweiß und Tränen flossen in mein Abenteuer durch Lordran, aber nach 50 Stunden habe ich die Credits von Dark Souls gesehen und bin mit einen absolut Positiven Gefühl aus diesem ersten Durchlauf gegangen.

Ich hatte aber zum Ende hin noch eine große Frage. Was zur Hölle habe ich jetzt eigentlich genau gemacht? Was war mein Auftrag?  Hatte ich überhaupt einen? Gibt es eine „Geschichte“?
Nachdem ich ein bisschen recherchiert habe musste ich dann feststellen, ja, es gibt eine Geschichte und die ist sogar verdammt interessant.
Ein weiterer Punkt der Souls zu dem macht was es heute ist, ist eine eher unkonventionelle Art eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte wird einen nicht aufgedrückt, sie wird im Hintergrund erzählt indem man auf kleine Einzelheiten in der Welt achtet und sich tatsächlich die Beschreibungen von den Gegenständen durchliest die man findet.
Natürlich habe ich das nicht getan, somit habe ich mich dann durch Wikis, Youtube-Videos und Theorien gekämpft um herauszufinden was nun tatsächlich in diesem Spiel vor sich ging und ich war sichtlich beeindruckt von den Mysterien und Tragischen Schicksalen von dieser Welt und ihren Bewohnern.
Ich war am Haken. Das Kampfsystem, die Geschichte und Level-Design welches ihren gleichen sucht haben mich so überzeugt das ich ab sofort ein gigantischer Fan von dieser Reihe war, obwohl ich nie Demon Souls gespielt habe. Und ich würde schon sehr bald neues Futter bekommen, denn ich musste nicht lange auf Dark Souls 2 warten.

ds2

Mit meiner neu entdeckten Liebe habe ich Dark Souls 2 in 3 langen Spielesessions durchgezogen und war auch hier wieder komplett weggeblasen obwohl das Spiel ganz klare Schwächen im Gegensatz zu seinen Vorgänger hat. Die noch gelobten Abkürzungen und die ineinandergreifende Welt wirkte nur noch sehr willkürlich und zusammenhangslos und die meisten Bosse waren auch sehr unkreativ. In den meisten Fällen hatte man: Ritter mit einen Schwert, Ritter mit einer Lanze oder, wenn es mal ganz Kreativ wird, kämpfte man sogar gegen zwei Ritter gleichzeitig mit sogar unterschiedlichen Waffen. Dafür war es aber auf technischer Ebene sehr viel ausgereifter und das gesamte Gameplay fühlte sich flüssiger und knackiger als bei seinen Vorgänger an.
Hidetaka Miyazaki, der Kopf hinter Dark Souls, war bei Dark Souls 2 nicht involviert und arbeitet schon an seinen nächsten Projekt, deshalb glaube ich das DS2 nicht so grandios wie sein Vorgänger wurde. DS2 ist immer noch ein gutes Spiel, aber leider kein besonders gutes Souls Spiel und ist auch deswegen der schwächste Teil der Trilogie, aber das ist meckern auf einem sehr Hohen Niveau.
Eins kann man jedoch nicht bestreiten, Dark Souls 2 hat einer der besten DLC’s die ich je gespielt habe, ich würde sogar behaupten das die 3 DLC’s besser sind als das komplette Basisspiel. Die genannten Kritikpunkte habe ich aber erst wirklich wahrgenommen nachdem ich es mehrfach durchgespielt habe, meine Rosarote Brille und Faszination für diese Spielereihe war einfach noch sehr stark vertreten.

Hunderte Stunden habe ich in diesen beiden Spielen verbracht, habe verrückte Charaktere und Taktiken ausprobiert und hatte durchweg meinen Spaß, obwohl die kindliche Überraschung im zweiten Teil fehlte. Dark Souls 1 war einfach eine Spielerfahrung die man nur sehr schwer replizieren kann.
Und wieder musste ich nicht lange warten, und FromSoftware hat noch in 2014 Miyazaki’s nächsten Magnum Opus, neben DS1, vorgestellt, nämlich Bloodborne.

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