Ein Liebesbrief an: Soulsborne [Teil 2]

Mit seinen Lovecraft anmutenden, viktorianischen London hat Bloodborne für mich einer der interessantesten Spielwelten der kompletten Soulsborne-Reihe. Nicht nur ist das Setting sehr anders als das von Souls, sondern spielt es sich auch noch sehr anders. Klar, im Endeffekt ist es immer noch das gleiche Kampfsystem, welches aus geschicktem ausweichen und kalkulierten Schlägen besteht, aber es spielt sich sehr viel aggressiver und flüssiger. Behutsam vorgehen ist nicht mehr, wer in Bloodborne wagt, der gewinnt auch in den meisten Fällen.

Wie bereits angedeutet ist für mich Bloodborne, neben DS1, das beste Spiel von Miyazaki beziehungsweise FromSoftware. Die Geschichte ist mal wieder komplex, verwirrend und Interpretationssache, aber ich konnte ihr trotzdem folgen. Dazu kommt noch das die Welt atemberaubend aussieht und mit vielen kreativen Orten gespickt ist. Die verlassene Burg Cainhurst zum Beispiel ist nicht nur einer der interessantesten Orte auf Geschichtlicher Ebene, sondern auch einer der architektonisch beeindruckendsten Burgen die ich je gesehen habe. Die ganzen versteckten Gänge, die kleinen Geheimnisse die dort versteckt sind machen immer wieder Spaß neu zu entdecken und dazu kommt noch, dass dieses Gebiet komplett Optional ist.
Generell ist dieses Spiel wieder mit sehr vielen Geheimnissen gespickt und das fehlte mir in Dark Souls 2 so sehr. Man kann sich in Bloodborne so viele Dinge einfach entgehen lassen weil sie nicht wirklich zum eigentlich Spielverlauf gehören. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das „Motherbrain“  im Nightmare of Mensis. Um zu diesen, leicht ekelhaften, gigantischen Hirn zu kommen muss man einen versteckten Weg folgen und sich durch schwere Gegner kämpfen. Und was hat man nun davon wenn man sich diesem gigantischen Hirn stellt? Für den eigentlich Spielverlauf eigentlich nichts. Das Gebiet wird dadurch ein bisschen einfacher und man bekommt etwas für die, wieder mal Optionalen, Chalice Dungeons.
Die Welt ist wahnsinnig gut in Szene gesetzt und endlich mal wieder interessant und genauso sind auch die Bosse, Bloodborne macht keinen Halt und haut einen kreativen Boss nach den anderen raus.
Ein ganz großes Highlight sind nämlich die sogenannten „Great Ones“. Die entsetzlich anzuschauenden Götter sind nicht nur visuell eine absolute Meisterleistung, sondern erfordern in den meisten Fällen auch absolute Konzentration um sie zu besiegen. Hier mal einer meiner Favoriten:

embrietas
Ebrietas, Daughter of the Cosmos

Und wie haut man solchen gestalten und blutrünstige Bestien zu Klump? Ganz genau, mit den neuen „Trickwaffen“. Diese neuen Waffen sind auch mal wieder sehr Interessant, denn jede Waffe in Bloodborne hat zwei Formen zwischen denen man dauerhaft wechseln kann. Einer der ersten Waffen die man bekommt ist ein Gehstock, Degen und eine Peitsche zugleich und das war erst der Anfang. Von einem gigantischen Zweihandhammer der sich in ein kleines Einhandschwert verwandeln kann bis zu einen Buchstäblichen Wagenrad ist alles dabei. Mit dem ständigen wechseln der Waffenhaltung und den generell sehr viel schnelleren Spielgefühl, fühlte ich mich schon fast so als würde ich so etwas wie Bayonetta spielen und das war eine sehr erfrischende Abwechslung im Gegensatz zu dem sehr methodischen Vorgehen in Dark Souls.
Ich habe alles in Bloodborne gemacht was es zu machen gibt, sogar die zum Teil sehr frustrierenden Chalice Dungeons. Ich war mehr als zufrieden als ich dieses Spiel abgeschlossen habe und wollte unbedingt mehr haben und mein Gott, ich habe mehr bekommen. Mit „The Old Hunters“ hat FromSoftware ein paar Monate später den besten DLC’s veröffentlicht den sie je entwickelt haben.
Es gab mehr von allem. Mehr kreative und spaßige Trickwaffen, mehrere schöne Gebiete und mitunter die besten und bockschwersten Bosse die diese Spielereihe je hervorbringen konnte.
In The Old Hunters befindet sich mein absoluter Lieblings-Boss der Soulsborne-Reihe, nämlich:

lady maria
Lady Maria of the Astral Clocktower

Nicht nur ist die Geschichte hinter diesem Gebiet und dem Boss absolut erschreckend und großartig, sondern auch das Boss Design ist motivierend und antreibend. Die Musik, die Effekte Explosionen, die Lokation und das schnelle Gameplay, welches bei diesen Bosskampf nochmal auf eine neue Ebene gehoben wird, ist einfach nur fantastisch.
Natürlich sind die anderen Bosse auch Meisterleistungen, aber dieser ist mir wegen den genannten Gründen besonders im Kopf geblieben. Genauso muss DLC gemacht werden, so und nicht anders.

FromSoftware hat mit Bloodborne etwas versucht und ihnen ist es gelungen die Souls Mechaniken so aufzufrischen das sie einen noch vertraut, aber dennoch neu vorkommen.  Jedoch hatte ich ein kleines Problem mit diesem sonst großartigen Spiel. Die Vielfalt seinen Charakter zu entwickeln, wie es in Dark Souls eigentlich üblich ist, fällt hier leider weg. Es gibt nur 4 Statuswerte die groß die Spielweise des Charakters verändern, nämlich Strength, Skill, Bloodtinge und Arcane. Dabei fühlen sich die letzten beiden auch nicht wirklich nützlich an, welches aber mit dem DLC ein bisschen verbessert wurde. Ich hoffe da schrauben sie noch dran, falls jemals ein zweiter Teil rauskommen wird.

Nach Bloodborne ging FromSoftware wieder zu ihren Wurzeln zurück und das auf sehr viele Weisen. Ihr nächstes Spiel war natürlich Dark Souls 3 und dies ist sehr viel bekannter als man zuerst annimmt.

 

 

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